WILD WIE BILD - GSCHEIT WIE ZEIT

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Donnerstag, 30. Januar 2014



Können wir mit unserem Wissen in der Welt noch Sinnvolles anfangen? Womöglich nur als Privatgelehrter.
Jedenfalls klagte ein rundum Gebildeter aus meinem Freundeskreis kürzlich, dass niemand mehr sein umfängliches Wissen abrufe, er eigentlich nur noch zum Privatvergnügen sein Wissen mehre.
Dazu passte gut eine Beobachtung, die ich auf einer längeren Zugfahrt gemacht hatte: Auf der anderen Seite des Ganges saßen zwei ständig mit laptop und Handy agierende Jung-Karrieristen, sich ständig austauschend vom Schlage "ich kann mich gerade nicht ins System einloggen - mir ist gerade alles abgestürzt" und ähnliches.
Ich habe ihnen etwa 1 Stunde lang zugehört, bekam unter anderem dabei heraus, dass es nicht empfehlenswert sei, in Moskau Hotels in der Klasse unterhalb von **** einzuchecken. Aber in welchem Metier sie was zu tun hatten, blieb völlig im Dunklen.
Offenbar ist "Arbeit" heute zum Teil derart in winzigste Parzellen aufgeteilt, dass man (vermeintlich) Sinnvolles leisten kann, ohne dass es darauf ankommt, ob das Geleistete von irgendwem, der etwas mehr Überblick hat, für Gurkenernte, Handyherstellung oder Materialsuche für Joggingschuhsohlen genutzt wird.
Kein Wunder also auch, wenn Arbeit geleistet wird, die weit mehr Schaden als Nutzen bringt: innerhalb des Suppentellers,über dessen Rand der Arbeitende nicht schaut, stellt sich die Sinnfrage nicht: Aufgabe ist nur,ihn vollzumachen - ob der Inhalt giftig ist, von jemandem gebraucht wird, nur den Interessen eines Investors und seiner Geldgeber nutzt:mit solchen Fragen beschäftigt sich- wenn überhaupt - eine andere Abteilung (vermutlich "Ethik & Compliance), die aber keine Verbindung zur "Produktion"hat...).
Damit ist die "Arbeitsteilung" endgültig perfektioniert.

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Fragen Sie Dr. Wolff






Was ist denn eigentlich mit den Frauen los? Stecken sie voller Probleme oder wollen ihnen dies  böswillige Männer, die ihre Herrschaft über sie aufrechterhalten wollen, nur beibiegen? Oder kommen nur verschiedene Kümmerer aus den diversen Gegenden zu solch´verqueren Ratschlägen, Ideen, Behandlungsvorschlägen?
Heute war zu hören, dass die Damen im nahen Osten endlich Autofahren wollen (dass sie dies gerade  n i c h t  dürfen, scheint mir als langjährigem Vielfahrer durchaus begründbar). Der Herr Emir dagegen ist der Ansicht, dies bekäme den Gebärmüttern der Damen nicht - da will es mir doch deutlich tragfähigere Begründungen geben.
Genauso unklar bleibt die Situation in der Körpermitte: hatte eben noch (siehe mein Blog "Eisenbahnerleben" vom 19.06.2013-oh Gott...ich zitiere mich schon selbst...WAS wollen mir diese Worte sagen??) die Dr.Wolff GmbH als Zentralproblem der Frauenmitte die "Scheidentrockenheit" festgestellt, soll es nun - und das wiederum von der Dr.Wolff  GmbH kolportiert - ausgerechnet der "Feuchtigkeitsstau" sein, der die Kenngröße des weiblichen Intimbereiches sei. Für Abhilfe dieses nunmehr gegenteiligen Problems ("Jetzt Schutz ohne Feuchtigkeitsstau") aus der Tiefe des menschlichen Körpers gebe es nun (endlich!) Abhilfe-erstaunlicherweise  a u c h  mit einem Produkt der Dr. Wolff GmbH - LINOLA Schutzbalsam.
Gilt übrigens auch für Männer, die sich künftig  k e i n e n  Wolff mehr sitzen/liegen/erradeln/erscheuern müssen.

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Sonntag, 6. Oktober 2013

Glückliches Monopoly


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Es  ist ja nichts Neues: der Staat will  -wie wir auch – ungestört vor sich hin daddeln. Und damit wir ihn lassen, muss ständig und überall ein Beruhigungsprogramm laufen, in dem wir so lange stone washed werden, bis keiner an der alltagstauglich-mittelblauen Färbung aller und alles anderen mehr Anstoß nehmen kann und es auch nicht braucht.
Einen so perfekten Waschgang stellten die Radionachrichten am 6. Oktober 2013 um 8 Uhr dar.
Die Welt wurde eingedampft auf ein kleines, weihnachtliches Familienbrettspiel, in dem alles unverrückbar seinen Platz hatte, an dem das Gute realisiert war und sich keiner mehr Sorgen zu machen brauchte: aus der Abteilung „Gute Helden“ (blau) wurde ein ausländisch scheinender Protagonist russischen Namens entnommen: Nicht nur, dass der geballte deutsche Integrationskraft signalisierte (aber NUR für Leistungsbereite!), er hatte natürlich seine Funktion im Spiel brav erfüllt: 61. Sieg im 64. Kampf zum Ruhme deutscher Boxställe, Deutschlands im allgemeinen und auch ein bisschen der Ukraine, von  der er gekommen war zur Stärkung deutschen Boxwesens, „Stalingrad" 61 mal in sein Gegenteil zu verkehren. Und praktischerweise war der gesmashte Gegner auch noch ein Russ´.
Aus der Abteilung „Feinde“ (rot) kam gleichfalls routinemäßig ein Gangster namens al Lybi, der den Gang gehen musste, der ihm nach „Stärke - und Ausrüstungsnachweis“ (STAN) zugedacht war: sein Schicksal war der Tod. Er solle –sagt “er“  (´der`Radio) – „hochrangiges al-Quaida-Mitglied“ gewesen sein und musste deshalb den Weg alles Bösen gehen. „Al Quaida“ ist ja bekanntlich eine klar strukturierte Armeeeinheit, deren Führungskader man bloß zwischen 19 Und 20 Uhr im alkoholfreien al-Qua.-Offizierskasino in Tripolis beim Kus-Kus-essen aufstöbern und mitnehmen muss, zumal der gemeine Soldat ja sofort „HIER!!“  schreit, wenn die Ordonnanz „Oberst al Lybi??!“ in den Saal der Mordbuben ruft. Also: Oberst al Lybi wurde aus dem kleinen Schublädchen „Böse“ herausgenommen -  silberner Stern zwischen Eichenlaub auf der Schulter  - und trat - bereits geköpft – seinen lehrbuchmäßigen Weg aufs Spielfeld der Guten an – Abteilung „Ereignisfeld“.
Schade, dass „er“ keinen Bildschirm hat: die „el-Alameins“ dieser Welt werden bei uns ja immer  vor dem Rasieren, noch im Schlaf, nach dem Streit mit der Ehefrau und in „Feinripp, weiß“ Richtung Schafott des Guten geführt, auf daß wir auch an ihrem verbittert-zerknittert-behaarten Outfit die klare Überlegenheit des westlichen Systems über große vaterländische Krieger,  Schweinefleischverachter, Neger- und sonstige Osthorden zu erkennen vermögen.

 Ach, ja: das „Feldlager Kundus“ wurde auch noch an die Afghanen übergeben.  D i e  sind nämlich jetzt auch Demokraten . Mit  Turban sogar.

Harmonie, wohin das Auge auch blickt. Das Leben ist schön.