WILD WIE BILD - GSCHEIT WIE ZEIT

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Donnerstag, 23. März 2017

Irre wie Du und ich

Ich muss häufiger an einen sehr weisen Cartoon denken: er zeigte einen Schimpansen, der die Gitterstäbe seiner Behausung umklammert und beim Blick auf die ihn angaffenden Menschen denkt:
"Gott sei Dank sind die alle hinter Gittern!"
Wenigstens  d a  hat es der Schimpanse mal besser als wir - wir müssen (gänzlich ohne schützendes Präservativ) ständig mitten unter ihnen leben.
Im Moment sitze ich im ICE, um, 480 km von daheim, die Aktionen eines Irrsinnigen auszubaden/-bügeln.
Der erste Teil seines Wahnsinnes bestand darin, sich einen Q 7 zu kaufen. Man stelle sich vor: knapp 2 Tonnen schlechtes,aber säuberlich lackiertes Plastik, Blech, Stahl und anderes, um 75 kg Mensch zu befördern-das ganze mit der potentiellen Gewalt und der Ästhetik und Eleganz eines Panzerspähwagens.
Teil zwei: der Herr hatte ein Navigations System geordert. Durch eine Kette von merkwürdigen Zufällen kam es dazu, dass der Pkw zunächst ohne Navi ausgeliefert wurde und das Navi erst später nachgerüstet wurde.
Es war genau das selbe Navi wie im Original, es wurde an der selben Stelle eingebaut und war vom Original nicht zu unterscheiden ist.
Aber: Der Herr wollte es so nicht und so wurde der Kaufvertrag gewandelt und das Unternehmen stand stramm vor der Irrsinnigkeit des rechtlich allerdings wahrscheinlich korrekten Wunsches. So wird der Pkw also nachher von mir vom Nordlrand des Ruhrgebiets nach Mittelfranken verschifft.
Protagonist von Irrsinn Nummer drei war ein 27-jähriger Monteur irgendwelche Zubehörteile eines Krankenhauses in Rostock.
Die Verhandlungen über den Kauf eines SEAT Leon hatten sich hingezogen, in deren Verlauf war die Innen-Ausstattung von  Lieder auf Alcantara umgestellt worden. Der große Auto Konzern hatte nun schon so viel Fürsorge gezeigt zu vermuten, dass dem Kundenarsche Lederkälte nicht gemäß sein könne : "Leder" gibts also automatisch mit Sitzheizung.
N i c h t  so bei Alcantara-das umspielt den Kundenarsch schon etwas wärmer.
Was sagt nun der 27jährige Rotzlöffel zu der Zumutung, e i n f a c h   s o  auf seinem eiskalten Gestühl sitzen zu müssen? Na, klar: " Ich kann auf die Sitzheizung nicht verzichten!"
Gut-dann wird also einer am Steuer eines Leihwagens nach Rohrstock geschickt, dort nimmt er den defizitär-kalten Leon in Empfang, fährt ihn nach Mittelfranken. Dort wird er auf Sitzheizung umgebaut und wieder nach Rostock gekarrt.
I m m e r h i n  hat er dann nicht den Kaufvertrag gewandelt, obwohl der popelige Bedienungsknopp neben der Handbremse ("nachgerüstet "! -s.o. )  e c h t  s c h e i s s e  aussieht.

Freitag, 10. März 2017

Störendes

Es ist ja jetzt Schulz.
Die einen haben große Hoffnungen, die enttäuschten Alt-SPD Anhänger erwarten sich nichts mehr Gutes, CDU/CS U rotieren ein bisschen, die Soziologen (zB Stephan Lessenich in der SZ vom 10.3.2017) orakeln,  womöglich nicht mal zu unrecht, dass " die gute alte Zeit der ungeheueren Priviligierung der westlichen Wohlstandsgesellschaft im Weltmaßstab zu Ende geht-und nicht wiederkehren "wird .
Mich persönlich stören einfach ein paar Dinge. So war heute zu lesen, dass die Ehefrau von Herrn Piech -bezeichnender Weise auch noch eine Frau "Salär" -für einen Aufsichtsratsposten gut 450 000 € im Jahr erhält. Nun ist ihr. Mann vermutlich bereits Milliardär und was macht sie bitte mit so viel Geld?
Und warum droht die CDU, dass nun der Sozialismus käme, wenn auch nur der Einkommensteuer-Spitzensatz so hoch wäre (statt nunmehr 42 %) wie zu Zeiten Helmut Kohls, nämlich 56 %?
Mit dem zusätzlich verdienten Geld könnte man ganz einfach ein bisschen mehr Gerechtigkeit schaffen.
Mich beschäftigt zur Zeit das Schicksal von zwei Freundinnen, beide etwa 35 Jahre alt, beide promoviert, beide mit der Fähigkeit, Studenten auszubilden. Die eine Philosophin, die andere Kunstgeschichtlerin.
Die akademische Welt hat sie nun nach Beendigung ihrer universitären Tätigkeit in die Freiheit entlassen, die für beide eine "Freiheit der Leere"ist.  Für die Kunstgeschichtlerin  ist so etwas wie ein fester Job oder gar eine Einzahlung in irgend eine Art von Rentenkasse oder privatrechtlichem Vertrag eine Illusion. Wenn es so weitergeht, wird sie sich mit Mühe gerade über Wasser halten, aber nie eine Perspektive entwickeln können.
 Nicht umsonst war vor nicht allzu langer Zeit zu hören, dass wir in Deutschland zwar die größte Summe in angeblich familienfördernde Maßnahmen innvestieten,  hierbei aber  mit Blick auf vergleichbare Länder Europas  am wenigsten rauskommt, nämlich nicht die Geburt von Kindern.
 Hier hätte zum Beispiel Frau Salär eine gute Aufgabe, mal 36 000 € für eine akademische Stelle zu investieren. Wenn der oben genannte Aufsichtsrats Bezug netto ist, könnte sie nach dieser kleinen Wohltat immer noch 1134 € am Tag für das Betanken ihres Porsche, für Shopping oder die Bevorratung ihrer Wohnung mit Heizöl ausgeben.