WILD WIE BILD - GSCHEIT WIE ZEIT

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Mittwoch, 19. Juni 2013

Eisenbahnerleben


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Der Chines´ blickte es mal wieder nicht: das „GESUNDHEIT“, das ihm seine Zug-Mitfahrerin freundlich zuwarf, kam nicht an. Ein kurzer Seitenblick und er widmete sich wieder seiner Laptop-Maus, wie schon seit 2 Stunden.
Ausgefallene Klimaanlage, ca. 30 ° C, aber in China muss es schließlich vorangehen.
Ihm entging vermutlich gleichfalls das Girlie – Sortiment, das ihn in zwei Vierersitzen des ICE 629 umgab.
Neben ihm die Gesundheit-Sagerin; hübsches Mädla, etwas blässlich. Die Blässlichkeit unterstützt durch ein formlos-blassgelbes Hängerteilchen. Unter diesem – nun wieder ganz fest und zackig – zwei BH-Halbschalen, denen es nicht gelang, darüber hinwegzutäuschen, dass es da nichts zu „halten“ gab. Ihr gegenüber die Freundin: schöne, braungebrannte Blondine, Blumenkleid, vom immerhin vorhandenem Busen gehalten, sinnliche, weiche Züge  à la  Scarlett Johannson.
In der anderen Vierergruppe, mir gegenüber: Noch ne Blasse, sehr nett und aufmerksam, der Hauttyp „Mozarella“ immerhin aufgepeppt mit roter Sonnenbrille, Musik aus iPod hörend. Neben ihr: rundum hübsche, schlanke Brünette, Leder-flip-flops, Blümchen-Hosenanzug, Modezeitschriften blätternd – ihr gegenüber: ich.
Und dann kam diese Anzeige, DIN A 4-Format (SZ 18.06.2013, S.9). Systemwidrig versteckt im harmlosen Politikteil : „Scheidentrockenheit“ . Mit Checkliste für die etwas unsensiblere Frau:

„Daran erkennen Sie die Scheidentrockenheit:
Trockenheitsgefühl:   0   ja       0    nein“

Da saß ich nun und dachte: ertappt ! Würden sie mich nun alle anschauen, die Brillen heruntergenommen, mit dem gestrengen Blick der therapierenden Oberlehrerin: „Herr  G r o e b e . . . . ?!“ ? Ich schaute meine Girliesammlung an, ob sie etwas gemerkt hätten… Denn sie alle hatten plötzlich ein Problem, von dem mal wieder ich als Einziger „wusste“.
DA wär´ s mir grade mal lieber gewesen, Chines´ zu sein und nichts zu raffen.

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